Wald: Sehr geehrte Frau Kuliqi, könnten Sie sich und die your mellon group kurz vorstellen?
Kuliqi: Sehr gerne. Mein Name ist Adelina Kuliqi, ich bin Co-Founder und COO der Your Mellon Group. Ursprünglich komme ich aus dem Lehramt mit dem Schwerpunkt Sprachenlehre und interkulturelle Kommunikation. Während meiner Werkstudententätigkeit in einem Pharmakonzern habe ich den Gründer von Your Mellon, Herrn Kalaitzidis, kennengelernt und war sofort von der Idee und Vision überzeugt, eine Plattform für internationale Fachkräfte aufzubauen, die Talente aus über 20 Ländern mit Arbeitgebern im DACH-Raum vernetzt. Wie es in einem Start-up üblich ist, habe ich in der Anfangsphase nahezu alle Bereiche selbst mit aufgebaut und operativ begleitet. Dazu gehörten das Recruiting passender Fachkräfte, die Kundenbetreuung, der Vertrieb sowie das Projektmanagement.
Kuliqi: Sehr gerne. Mein Name ist Adelina Kuliqi, ich bin Co-Founder und COO der Your Mellon Group. Ursprünglich komme ich aus dem Lehramt mit dem Schwerpunkt Sprachenlehre und interkulturelle Kommunikation. Während meiner Werkstudententätigkeit in einem Pharmakonzern habe ich den Gründer von Your Mellon, Herrn Kalaitzidis, kennengelernt und war sofort von der Idee und Vision überzeugt, eine Plattform für internationale Fachkräfte aufzubauen, die Talente aus über 20 Ländern mit Arbeitgebern im DACH-Raum vernetzt. Wie es in einem Start-up üblich ist, habe ich in der Anfangsphase nahezu alle Bereiche selbst mit aufgebaut und operativ begleitet. Dazu gehörten das Recruiting passender Fachkräfte, die Kundenbetreuung, der Vertrieb sowie das Projektmanagement.
In meiner Anfangszeit bei Your Mellon habe ich zudem unsere Online-Sprachschule Your Mellon Education aufgebaut. Dort bereiten wir Fachkräfte gezielt sprachlich, berufsspezifisch und kulturell auf ihren Einsatz in Deutschland vor. Mittlerweile verantworte ich primär den operativen Bereich und stelle sicher, dass unsere Prozesse skalierbar und effizient funktionieren. Gleichzeitig begleite ich nach wie vor Kundenerstgespräche, um nah am Markt und an den konkreten Anforderungen unserer Partner zu bleiben.
Heute bieten wir bei Your Mellon ein breites Portfolio an Recruiting-Lösungen an, denn es gibt nicht die eine Lösung, um passendes Personal zu finden. Unternehmen können über Karrieremessen im Ausland gezielt Fachkräfte vor Ort kennenlernen. Zusätzlich unterstützen wir im Rahmen unserer Dienstleistungen insbesondere in der Anfangsphase beim Aufbau nachhaltiger Strukturen, damit internationale Fachkräfte langfristig im Unternehmen bleiben. Dazu gehört auch die Organisation von Anreise und Jobinterviews. Unsere neueste Entwicklung ist unsere Recruiting-Software. Damit erhalten Unternehmen Zugriff auf einen täglich wachsenden Kandidatenpool und können ihr internationales Recruiting intern, unabhängig und ohne hohe Vermittlungsprovisionen steuern. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit bestehen, Kandidaten weiterhin berufsspezifisch sprachlich auszubilden. Insgesamt bieten wir ganzheitliche Lösungen für den Mittelstand bis hin zu Konzernen, die internationale Fachkräfte erfolgreich integrieren möchten.
Wald: Was hat Sie auf die Idee gebracht, sich mit dem Recruiting ausländischer gewerblicher Fachkräfte zu beschäftigen?
Kaliqi: Die Idee hat sich aus zwei zentralen Entwicklungen ergeben. Zum einen wurden Themen wie der demografische Wandel und der Fachkräftemangel schon früh im politischen und theoretischen Diskurs diskutiert. Es war absehbar, dass Deutschland auf ein massives Problem zusteuert, bei dem in vielen Bereichen Arbeitskräfte fehlen werden. Das passiert nicht plötzlich, aber wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, wird schnell klar, wie ernst die Lage ist. Zum anderen gab es eine sehr naheliegende Verbindung zu unserer eigenen Lebensrealität. Mein Co-Founder hat griechische und türkische Wurzeln, ich selbst komme ursprünglich aus dem Kosovo. Wir wissen aus erster Hand, dass es außerhalb Deutschlands viele gut ausgebildete und motivierte Menschen gibt, die keine passenden beruflichen Perspektiven finden. In Griechenland haben wir beispielsweise eine Umfrage durchgeführt und festgestellt, dass hervorragend ausgebildete Fachkräfte wie Schweißer, Elektriker, Bus- oder LKW-Fahrer oder sogar IT-Spezialisten im Gastronomiebereich arbeiten. Der Grund ist simpel: Dort verdienen sie zumindest verlässlich ihr Geld, während es oft an passenden Arbeitgebern in ihrem eigentlichen Berufsfeld fehlt. Als wir uns weitere EU-Länder angeschaut haben, wurde deutlich, dass dieses Muster kein Einzelfall ist. Gleichzeitig suchen Unternehmen in Deutschland händeringend nach Fachkräften im gewerblichen Bereich. Viele Unternehmen berichten uns, dass klassische Maßnahmen wie Stellenanzeigen oder Social Recruiting auf regionalen Märkten kaum noch funktionieren. Entweder sie erhalten unqualifizierte Bewerbungen oder gar keine. Gleichzeitig steigen die Kosten, weil Unternehmen sich gegenseitig Kandidaten abwerben und dafür immer höhere Löhne und Benefits bieten müssen. Das führt zu einem strukturellen Problem. Wenn Unternehmen Kandidaten voneinander abwerben, ist kurzfristig vielleicht eine Stelle besetzt, aber an anderer Stelle entsteht sofort wieder eine Lücke. Das System dreht sich im Kreis. Deshalb ist klar, dass qualifizierte Zuwanderung ein zentraler Bestandteil der Lösung sein muss. Genau hier setzen wir mit unserem Ansatz an.
Wald: geht es hier nur um gewerbliche Fachkräfte oder auch um Fachkräfte zum Beispiel im pflegerischen Bereich?
Kuliqi: Wir haben tatsächlich Zugang zu Fachkräften aus allen Bereichen, in denen der Fachkräftemangel in Deutschland spürbar ist. Das reicht vom gewerblichen Bereich über das Gesundheitswesen bis hin zu Logistik, Hotellerie, Gastronomie und Personenbeförderung. Unsere Plattform ist bewusst offen für unterschiedliche Berufsgruppen, da Unternehmen in der Praxis selten nur eine einzelne Position besetzen, sondern meist mehrere offene Stellen gleichzeitig haben. Mittlerweile verzeichnen wir auch eine wachsende Anzahl an sogenannten White-Collar-Fachkräften, darunter IT-Spezialisten und Ingenieure.
Wald: Wo liegen die größten Unterschiede bei der Recruiting inländischer und ausländischer gewerblicher Fachkräfte?
Kuliqi: Die größten Unterschiede liegen in der Geschwindigkeit, der Erwartungshaltung und insbesondere im Onboarding. Kandidaten aus dem internationalen Umfeld bringen in der Regel eine sehr hohe Motivation und Verbindlichkeit mit. Gleichzeitig sind die Prozesse komplexer und zeitintensiver, da Themen wie Visa, Anerkennungsverfahren, sprachliche Vorbereitung und Integration berücksichtigt werden müssen. Auch die Erwartungshaltung unterscheidet sich deutlich. Internationale Fachkräfte suchen häufig langfristige Perspektiven, Stabilität und klare Strukturen. Themen wie Wohnraum, Unterstützung bei Behördengängen und eine strukturierte Einarbeitung spielen eine deutlich größere Rolle als im Inland. Im Gegensatz dazu ist das Recruiting im Inland oft schneller umsetzbar, aber gleichzeitig deutlich kompetitiver. Unternehmen konkurrieren stark miteinander, Kandidaten werden häufig abgeworben und die Wechselbereitschaft ist teilweise kurzfristiger. Beim Onboarding zeigt sich der größte Unterschied. Während inländische Fachkräfte meist direkt einsatzfähig sind, benötigen internationale Fachkräfte eine deutlich engere Begleitung, insbesondere in den ersten Monaten. Wenn dieser Prozess jedoch sauber aufgesetzt ist, sind sie oft langfristig stabiler im Unternehmen und deutlich loyaler. Genau hier liegt auch der entscheidende Hebel. Wer internationales Recruiting richtig strukturiert, baut sich einen nachhaltigen und planbaren Zugang zu Fachkräften auf.
Wald: Ich stelle mir vor, dass es beträchtliche Unterschiebe beim Job Advertising gibt?
Kuliqi: Die gibt es tatsächlich. Regionale Fachkräfte können sich direkt vor Ort ein Bild vom Unternehmen machen, zum Beispiel im Vorstellungsgespräch. Neben dem Gehalt achten sie auch stark auf zusätzliche Mitarbeiterbenefits und Arbeitsbedingungen. Internationale Fachkräfte hingegen benötigen deutlich umfassendere und vor allem transparente Informationen im Vorfeld. Eine Stellenanzeige sollte das Gehalt klar ausweisen. Man muss realistisch sein: Viele kommen in erster Linie wegen finanzieller Sicherheit und Stabilität, die sie in ihrem Heimatland so nicht haben. Ebenso wichtig ist eine ehrliche und klare Angabe der erforderlichen Deutschkenntnisse. Dazu kommen eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeit sowie transparente Informationen zur Wohnsituation. Gibt es eine Unterkunft, wird Unterstützung angeboten, wer organisiert das und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Wir empfehlen deshalb, über die klassische Stellenanzeige hinauszugehen und ergänzend einen Onepager bereitzustellen. Dieser sollte alle relevanten Informationen zum Unternehmen, zur Region und zum Onboarding enthalten. Benefits wie Sportaktivitäten und ein Jobrad sind nicht unwichtig, spielen aber aus unserer Erfahrung in der ersten Entscheidungsphase eine deutlich geringere Rolle.
Wald: Für ausländische Fachkräfte dürfte es wichtig sein, auch einen visuellen Eindruck vom Einsatz in Deutschland zu erhalten. Gibt es hier entsprechende Erfahrungen?
Kuliqi: Absolut. Je mehr Informationen wir über eine neue Situation erhalten und je konkreter diese durch visuelles Material wie Fotos oder Videos unterstützt werden, desto sicherer und wohler fühlen wir uns. Das gilt unabhängig von der Situation, weil wir besser einschätzen können, was uns erwartet. Genau das trifft auch hier zu. Wir empfehlen grundsätzlich, Bilder und Videomaterial sowohl von der Tätigkeit und dem Betrieb als auch von der Region und der Unterkunft bereitzustellen. Das ist für Fachkräfte extrem hilfreich und dient gleichzeitig als erster Filter für Unternehmen. So lässt sich früh erkennen, ob das Umfeld grundsätzlich zusagt oder ob es später zu Enttäuschungen kommen könnte. Wenn wir unsere Kunden beraten, ist das ein fester Bestandteil. Das geht teilweise sogar so weit, dass wir empfehlen, anonymisierte Lohnabrechnungen zur Verfügung zu stellen. So wird transparent, wie Entlohnung und Vergütung in Deutschland tatsächlich aussehen und abgerechnet werden. Je weniger Unklarheiten und Überraschungen es im Vorfeld gibt, desto besser. Genau dafür sollte man die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters konsequent nutzen.
Wald: Wie stellt sich der Aufbau einer Kandidatenpipeline konkret dar?
Kuliqi: Eine funktionierende Kandidatenpipeline basiert aus unserer Sicht auf drei zentralen Säulen.
Wald: Können Sie dies vielleicht anhand konkreter Erfahrungen aus einem Projekt beschreiben?
Kuliqi: Ein gutes Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Autobus Oberbayern. Das Unternehmen hat gezielt Busfahrer gesucht, da es auf dem regionalen Markt zunehmend schwierig wurde, qualifiziertes Fahrpersonal zu finden und alle Linien zuverlässig zu besetzen. Wir haben hier konsequent mit unseren drei Säulen gearbeitet. Die Suche wurde an uns ausgelagert, das heißt, wir haben unsere Recruiter gezielt auf das Unternehmen und die Anforderungen der Position geschult. Anschließend haben wir sowohl in unserer eigenen Datenbank als auch in Netzwerken in den Zielländern aktiv passende Kandidaten angesprochen. Parallel dazu haben wir über unsere Plattform Stellenanzeigen geschaltet und diese gezielt beworben. Unsere Content Creator haben kontinuierlich Inhalte rund um die Position erstellt, um zusätzliche Reichweite und Interesse zu generieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war, dass Autobus Oberbayern gemeinsam mit uns regelmäßig nach Griechenland reist, um dort Karrieretage zu veranstalten und Kandidaten persönlich kennenzulernen. Wie man sieht, nutzen wir alle relevanten Kanäle parallel. Genau diese Kombination ist entscheidend für den Erfolg und der Grund, warum wir in dieser Zusammenarbeit bereits mehrere hundert Fahrer nachhaltig vermitteln konnten.
Wald: Welche Firmen aus welchen Branchen haben Sie bislang für eine Zusammenarbeit gewinnen können?
Kuliqi: Wir haben bereits zahlreiche Projekte für Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen umgesetzt. Dazu zählen sowohl mittelständische Unternehmen wie Autobus Oberbayern als auch große Konzerne wie die Deutsche Bahn, IKEA oder die Transdev Gruppe. Branchenseitig liegt unser Schwerpunkt vor allem in Bereichen mit besonders hohem Fachkräftebedarf. Dazu gehören unter anderem Transport und Logistik, öffentlicher Nahverkehr, Industrie, Handwerk sowie angrenzende Dienstleistungsbereiche. Inhaltlich haben wir uns insbesondere auf die Vermittlung von internationalen Fachkräften aus dem Blue-Collar-Bereich spezialisiert. Dabei arbeiten wir sowohl mit Kandidaten aus EU-Ländern als auch aus Drittstaaten zusammen. Je nach Projekt übernehmen wir unterschiedliche Rollen. Das reicht von der gezielten Kandidatengewinnung über den strukturierten Aufbau von Recruiting-Prozessen bis hin zur ganzheitlichen Begleitung inklusive Sprachqualifizierung, Integration und Organisation der Rahmenbedingungen vor Ort. Durch diese Kombination konnten wir in den letzten Jahren eine Vielzahl an Positionen nachhaltig besetzen und langfristige Partnerschaften mit unseren Kunden aufbauen.
Wald: Herzlichen Dank für dieses interessante Gespräch. Ich wünsche Ihnen und der your mellon group anhaltenden Erfolg.
Kuliqi: Herzlichen Dank auch an Sie, Herr Wald. Ich habe mich sehr über das Gespräch gefreut.
Adelina Kuliqi ist seit mehr 5 Jahren als Co-Founder/ COO für Your Mellon tätig. Davor hat Sie an der Universität Kassel Lehramt für Gymnasien studiert.
Kuliqi: Die gibt es tatsächlich. Regionale Fachkräfte können sich direkt vor Ort ein Bild vom Unternehmen machen, zum Beispiel im Vorstellungsgespräch. Neben dem Gehalt achten sie auch stark auf zusätzliche Mitarbeiterbenefits und Arbeitsbedingungen. Internationale Fachkräfte hingegen benötigen deutlich umfassendere und vor allem transparente Informationen im Vorfeld. Eine Stellenanzeige sollte das Gehalt klar ausweisen. Man muss realistisch sein: Viele kommen in erster Linie wegen finanzieller Sicherheit und Stabilität, die sie in ihrem Heimatland so nicht haben. Ebenso wichtig ist eine ehrliche und klare Angabe der erforderlichen Deutschkenntnisse. Dazu kommen eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeit sowie transparente Informationen zur Wohnsituation. Gibt es eine Unterkunft, wird Unterstützung angeboten, wer organisiert das und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Wir empfehlen deshalb, über die klassische Stellenanzeige hinauszugehen und ergänzend einen Onepager bereitzustellen. Dieser sollte alle relevanten Informationen zum Unternehmen, zur Region und zum Onboarding enthalten. Benefits wie Sportaktivitäten und ein Jobrad sind nicht unwichtig, spielen aber aus unserer Erfahrung in der ersten Entscheidungsphase eine deutlich geringere Rolle.
Wald: Für ausländische Fachkräfte dürfte es wichtig sein, auch einen visuellen Eindruck vom Einsatz in Deutschland zu erhalten. Gibt es hier entsprechende Erfahrungen?
Kuliqi: Absolut. Je mehr Informationen wir über eine neue Situation erhalten und je konkreter diese durch visuelles Material wie Fotos oder Videos unterstützt werden, desto sicherer und wohler fühlen wir uns. Das gilt unabhängig von der Situation, weil wir besser einschätzen können, was uns erwartet. Genau das trifft auch hier zu. Wir empfehlen grundsätzlich, Bilder und Videomaterial sowohl von der Tätigkeit und dem Betrieb als auch von der Region und der Unterkunft bereitzustellen. Das ist für Fachkräfte extrem hilfreich und dient gleichzeitig als erster Filter für Unternehmen. So lässt sich früh erkennen, ob das Umfeld grundsätzlich zusagt oder ob es später zu Enttäuschungen kommen könnte. Wenn wir unsere Kunden beraten, ist das ein fester Bestandteil. Das geht teilweise sogar so weit, dass wir empfehlen, anonymisierte Lohnabrechnungen zur Verfügung zu stellen. So wird transparent, wie Entlohnung und Vergütung in Deutschland tatsächlich aussehen und abgerechnet werden. Je weniger Unklarheiten und Überraschungen es im Vorfeld gibt, desto besser. Genau dafür sollte man die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters konsequent nutzen.
Wald: Wie stellt sich der Aufbau einer Kandidatenpipeline konkret dar?
Kuliqi: Eine funktionierende Kandidatenpipeline basiert aus unserer Sicht auf drei zentralen Säulen.
- Active Sourcing, also das gezielte Ansprechen passender Kandidaten.
- Schalten und Bewerben von Stellenanzeigen auf den richtigen Plattformen.
- Nutzung der Reichweite sozialer Medien.
Wald: Können Sie dies vielleicht anhand konkreter Erfahrungen aus einem Projekt beschreiben?
Kuliqi: Ein gutes Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Autobus Oberbayern. Das Unternehmen hat gezielt Busfahrer gesucht, da es auf dem regionalen Markt zunehmend schwierig wurde, qualifiziertes Fahrpersonal zu finden und alle Linien zuverlässig zu besetzen. Wir haben hier konsequent mit unseren drei Säulen gearbeitet. Die Suche wurde an uns ausgelagert, das heißt, wir haben unsere Recruiter gezielt auf das Unternehmen und die Anforderungen der Position geschult. Anschließend haben wir sowohl in unserer eigenen Datenbank als auch in Netzwerken in den Zielländern aktiv passende Kandidaten angesprochen. Parallel dazu haben wir über unsere Plattform Stellenanzeigen geschaltet und diese gezielt beworben. Unsere Content Creator haben kontinuierlich Inhalte rund um die Position erstellt, um zusätzliche Reichweite und Interesse zu generieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war, dass Autobus Oberbayern gemeinsam mit uns regelmäßig nach Griechenland reist, um dort Karrieretage zu veranstalten und Kandidaten persönlich kennenzulernen. Wie man sieht, nutzen wir alle relevanten Kanäle parallel. Genau diese Kombination ist entscheidend für den Erfolg und der Grund, warum wir in dieser Zusammenarbeit bereits mehrere hundert Fahrer nachhaltig vermitteln konnten.
Wald: Welche Firmen aus welchen Branchen haben Sie bislang für eine Zusammenarbeit gewinnen können?
Kuliqi: Wir haben bereits zahlreiche Projekte für Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen umgesetzt. Dazu zählen sowohl mittelständische Unternehmen wie Autobus Oberbayern als auch große Konzerne wie die Deutsche Bahn, IKEA oder die Transdev Gruppe. Branchenseitig liegt unser Schwerpunkt vor allem in Bereichen mit besonders hohem Fachkräftebedarf. Dazu gehören unter anderem Transport und Logistik, öffentlicher Nahverkehr, Industrie, Handwerk sowie angrenzende Dienstleistungsbereiche. Inhaltlich haben wir uns insbesondere auf die Vermittlung von internationalen Fachkräften aus dem Blue-Collar-Bereich spezialisiert. Dabei arbeiten wir sowohl mit Kandidaten aus EU-Ländern als auch aus Drittstaaten zusammen. Je nach Projekt übernehmen wir unterschiedliche Rollen. Das reicht von der gezielten Kandidatengewinnung über den strukturierten Aufbau von Recruiting-Prozessen bis hin zur ganzheitlichen Begleitung inklusive Sprachqualifizierung, Integration und Organisation der Rahmenbedingungen vor Ort. Durch diese Kombination konnten wir in den letzten Jahren eine Vielzahl an Positionen nachhaltig besetzen und langfristige Partnerschaften mit unseren Kunden aufbauen.
Wald: Herzlichen Dank für dieses interessante Gespräch. Ich wünsche Ihnen und der your mellon group anhaltenden Erfolg.
Kuliqi: Herzlichen Dank auch an Sie, Herr Wald. Ich habe mich sehr über das Gespräch gefreut.
Adelina Kuliqi ist seit mehr 5 Jahren als Co-Founder/ COO für Your Mellon tätig. Davor hat Sie an der Universität Kassel Lehramt für Gymnasien studiert.








