Montag, 24. August 2026

Transparenz ohne Erklärung ist ein Risiko. Warum die Entgelttransparenzrichtlinie kein Reporting-Projekt ist

In der letzten Ausgabe des HR Innovation Days am 30. September 2026 wird es kein klassisches Line-up geben. Ich habe gute Bekannte aus der HR Community um ein Input und das Hosting eines sich  anschließenden Workshops gebeten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des HR Innovation Days können dann entscheiden, an welchem Workshop sie teilnehmen wollen. Die Workshops werden in zwei Runden durchgeführt, so dass jeder über zwei thematische Schwerpunkte diskutieren kann. Die Inputgeber werde ich in den nächsten Wochen in einem Statement und einer Bio vorstellen. Den Anfang macht Philipp Schuch von www.gradar.com. Er zählt gewissermaßen zum "wertvollen Inventar" des HR Innovation Days und ich freue mich sehr, dass er bei dieser Ausgabe des HR Innovation Days dabei ist. Hier sein Statement und die anschließende Kurzvorstellung.

Vor elf Jahren habe ich beim HR Innovation Day über Equal Pay gesprochen - damals ging es noch darum zu belegen, dass es die Lücke überhaupt gibt. Heute bestreitet das niemand mehr, nur erklären kann sie kaum jemand: Der unbereinigte Gender Pay Gap ist seit 2015 von 22 auf 16 Prozent gefallen, der bereinigte von 7 auf 6. Genau diesen unerklärten Rest macht die EU-Entgelttransparenzrichtlinie sichtbar – während das deutsche Umsetzungsgesetz weiter auf sich warten lässt und das erste Berichtsjahr längst läuft. Ich zeige, warum die Richtlinie ihren zentralen Begriff, die gleichwertige Arbeit, bewusst undefiniert lässt und die Auslegung damit in die Unternehmen verlagert. Und ich zeige anhand von Entgeltanalysen aus über 600 Organisationen drei Muster, die immer wieder auftauchen – und warum dieselbe Kennzahl drei völlig verschiedene Handlungsempfehlungen bedeuten kann.

Philipp Schuch gründete im Jahr 2014 das HR-Tech-Startup QPM GmbH. Hier hat er mit seinem Team das Stellenbewertungssystem www.gradar.com entwickelt und mittlerweile mit großem Erfolg auch international etabliert. Die Mission von gradar ist klar: Organisationen dabei zu unterstützen, ihre Vergütung souverän zu managen, die Anforderungen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie zu erfüllen und eine langfristige Grundlage für Entgeltgerechtigkeit aufzubauen. Zum Team von gradar gehören derzeit über 25 Mitarbeitende, die in Deutschland, Neuseeland, Großbritannien und USA tätig sind. Philipp Schuch ist zudem Fellow des Center of Evidence Based Management www.cebma.org.

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