Dienstag, 7. Juni 2016

HR mit Innovationen oder doch "lebendige Leiche"? - Rückblick Teil 1 auf den HR Innovation Day 2016

Es ist so eine Sache mit den HR Innovationen. Einerseits steht HR zur Zeit massiv unter Druck, wird als "lebendige Leiche“ bezeichnet (so Thomas Sattelberger) oder es gibt nette Forderungen als Gruß zum HR Innovation Day
andererseits werden mir von vielen Seiten so häufig (zuweilen hilflose) Fragen zu Personal- und Führungsthemen gestellt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass HR zum „Walking Dead“ wird. Anders gesagt: Ich habe wenig Zweifel an der Notwendigkeit eines INNOVATIVEN Personalmanagements. Vom HR Innovation Day sollen deshalb nicht nur Impulse für das Überleben der HR Profession, sondern vielmehr zur nachhaltigen Professionalisierung der Personalarbeit ausgehen. Offensichtlich stößt diese Idee auf Zustimmung,  denn mit Freude kann ich feststellen, dass jedes Jahr mehr Personaler und HR-Studierende der Einladung nach Leipzig gefolgt sind. Zur diesjährigen fünften Auflage des HR Innovation Day liegt sogar ein Spitzenwert mit fast 150 Teilnehmern und Teilnehmerinnen vor. Ein Vorteil ist aus meiner Sicht auch, dass sich zum HR Innovation Day vor allem HR-Youngster und weniger die "gestandenen" Personaler treffen. Diese m. E. offeneren Ohren lassen für die Personal-Zukunft insgesamt hoffen. Alles in allem ist der HR Innovation Day zu einem der größten Events an meiner Hochschule und auf dem Gebiet Human Resources in Mitteldeutschland geworden.

Heute - mehr als eine Woche danach - und nach einem kurzen Überblick als Storify - nun endlich der erste Teil eines umfassenderen Rückblicks. Damit bin ich spät dran, denn Sven Lehmann - Berater und Blogger war viel schneller mit einem sehr informativen Post zum Event. Auch der Empfehlungsbund hat bereits vom HR Innovation Day berichtet. Ganz herzlichen Dank dafür!

Gestartet ist der HR Innovation Day wie im vergangenen Jahr mit einer ersten Workshoprunde bereits um 8:00 Uhr. Angeboten wurden diese Workshops für fast 80 Frühaufsteher sowohl von alten Bekannte als auch neuen Partnern. Vorteil der Workshop ist es, neue Ideen und Lösungsmöglichkeiten in kleinen Gruppen vorstellen und auch umgehend diskutieren zu können. Auch die Fragen zur konkreten Umsetzung können direkt adressiert werden.

Dankbar bin ich, dass Barbara Braehmer - Geschäftsführerin der intercessio GmbH Bonn und bekannte Sourcing-Spezialistin und Suchmaschinendompteuse erneut den Weg an meine Hochschule gefunden hat. Mit ihrem Workshop zum Thema Active Sourcing hat sie erneut den Nerv der Teilnehmer und Teilnehmerinnen erreicht.



Ein Überblick zum Workshop befindet sich hier!

Neue Vorgehensweisen und Organisationsformen ermöglichen eine stärkere Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an Entscheidungen. Wie dies funktionieren kann, zeigte Thomas Diekmann, Geschäftsführer der TomVote GmbH (Leipzig/Markkleeberg) in seinem Workshop zu den Möglichkeiten und Grenzen von Ad-hoc-Abstimmungen mit einem modernen Voting-Tool.



Ein Überblick zum Workshop findet sich hier!

Ganz besonders habe ich mich über den Workshop "Fragst Du noch oder erfährst Du schon?" von Klaudia Spielmann, Wirtschaftsingenieurin sowie psychologische Managementtrainerin/Individualcoach, gefreut. Dies betrifft nicht nur inhaltliche Impulse zur modernen Führung, sondern die Tatsache dass mit Klaudia Spielmann erstmals eine meiner ehemaligen Diplomanden einen Workshop zum HR Innovation Day angeboten hat.



Ein Überblick zum Workshop findet sich hier!

Viele Personaler überlegen, ob sie das Recruiting in Zukunft selbst vornehmen oder ggf. Teile davon oder ganz auslagern sollen. Fragen zum Recruitment Process Outsourcing und wie der geeignete Partner gefunden werden kann, beantwortete Tim Oliver Pröhm, Managing Partner bei den HR Transformation & Technology Partners.



Ein Überblick zum Workshop findet sich hier!

Viele HR-Innovationen haben ihre Basis in der zunehmenden Digitalisierung von Personalprozessen. So stieß der Workshop zum Thema "Berufliche Kompetenzen und Digitalisierung - Was bedeutet dies für Personalauswahl und -entwicklung?" von Falko Brenner (Diagnostic Research & Analytics bei der Fiasko GmbH,  Berlin) auf besonderes Interesse.



Ein Überblick zum Workshop findet sich hier!

Nach einer kurzen Begrüßung schlossen sich die ersten Keynotes des Tages an. Und diese hatten es in sich. Es wurde deutlich, wieviel Chancen aber auch Risiken mit der zunehmenden Digitalisierung verbunden sind. Barbara Josef (Co-Founder von 5to9 und ehemalige Kommunikationschefin von Microsoft Schweiz) stellte in der ersten Keynote ihre umfassenden Erfahrungen bei der Einführung und Entwicklung neuer Arbeitsformen in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.
Barbara Josef hat dabei sehr anschaulich und aus eigenem Erleben verdeutlicht, dass hier nichts im Selbstlauf passiert und dass sich konkrete Ziele und Umsetzungsmöglichkeiten erst in der Arbeit ergeben. Dabei bringt es nichts ...
Nach ihrer Meinung ist es unbedingt notwendig, ständig zu experimentieren und neue Wege zu beschreiten. Dabei nützt es nichts, Arbeitsplätze und -umgebungen zu ändern, es geht letztlich und das Verhalten und die Kultur im Unternehmen. Oder mit den Worten von Barbara Josef "... bei der virtuellen Zusammenarbeit geht es nicht um Margarine, sondern um Nutella!".

Die Präsentation von Barbara Josef ist unter diesem Link zu finden.

Dr. Sven Sebastian von der Proventika GmbH ist demgegenüber in seiner Keynote als Mahner aufgetreten. Unter der Überschrift "Digitally created corporate culture - Heaven or Hell for best practice HRM? Wie viel Virtualität und Digitalisierung verträgt eine gesunde Unternehmenskultur?" verwies er mit Vehemenz auf die Gefahren der Digitalisierung. Ob die Gefahren so weit gehen wie nachfolgend festgestellt, bedarf m. E. längerer Diskussionen.
Eins steht jedoch fest, über diese Bedenken sollte mit der nötigen Ernsthaftigkeit diskutiert werden – ein bloßes Nachlaufen oder Reagieren auf die laufende Digitalisierung könnte sich später als durchaus gefährlich erweisen. Exemplarisch für die Bedenken steht das folgende Statement.
Und hier die Präsentation von Dr. Sven Sebastian



Ein zweiter Teil des Rückblicks mit Informationen zur zweiten Workshop-Runde und der Dopplkeynote zum Abschluss des diesjährigen HR Innovation Days folgt in den nächsten Tagen.

Viel Spass beim Lesen!!!

Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig

Peter M. Wald

Keine Kommentare:

Kommentar posten