Donnerstag, 25. Mai 2017

Personalmanagement als Zukunftsschmiede der Organisationen - 5 (+1) Frage/n zu den Erwartungen an das Personalmanagement an Sven Franke

Gerade nach den Event-reichen letzten Wochen wird über Personaler und das Personalmanagement viel gesprochen - weniger Gespräche gibt es mit den Personalern. Ich habe mich entschieden, diese Interviewreihe bis Ende Mai zu verlängern und weitere interessante Kunden, Partner und Insider des Personalmanagements zu Wort kommen zu lassen. Heute spreche ich mit Sven Franke, Mitglied des AUGENHÖHE-Kernteams und heute Gründer & Geschäftsführender Gesellschafter der CO:X UG. Mit Sven Franke bin ich über das umfassend diskutierte Projekt „AUGENHÖHE“ in Kontakt gekommen. Ich habe ihn auf verschiedenen Veranstaltungen erlebt und dabei erfahren dürfen, mit welcher Eloquenz er sich den neuen Formen der Zusammenarbeit und Führung verschrieben hat. Ich freue mich deshalb ganz besonders, ihn als Interviewpartner gewonnen zu haben und danke ihm bereits jetzt für die Teilnahme am Interview. Ich bitte ihn, sich kurz vorzustellen. Daran schließen sich dann meine Fragen an.

Mein Gesprächspartner: Sven Franke
Ich bin Sven Franke und lebe nach dem Motto „Gemeinsam zum Ziel“. Nach einer klassischen Konzernkarriere habe ich mit Equity Change Management 2011 mein erstes Unternehmen gegründet. Seit der ersten Führungsverantwortung beschäftige ich mich mit Themen wie Potentialentfaltung und Zusammenarbeitskultur. Seit Dezember 2013 bin ich Mitinitiator und Mitglied des Kernteams von AUGENHÖHE - Film und Dialog und AUGENHÖHEwege - Film und Dialog, Geschäftsführender Gesellschafter der AUGENHÖHEworks GmbH und Vorstand des Vereins AUGENHÖHEcommunity e.V.. In 2017 habe ich zusammen mit Nadine Nobile die CO:X UG gegründet. Mit CO:X begleiten wir Unternehmen dabei, alle in der Prozesskette vorhandenen Potentiale und Talente zum Wohle der Organisation einzubinden. Gemeinsam Arbeit zu gestalten ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Wald: Vielen Dank für die kurze Vorstellung. Wie ist Ihre Position im Personalmanagement bzw. worin bestehen Ihre konkreten Schnittstellen zum Personalmanagement?
Franke: Ich hatte während meiner gesamten beruflichen Laufbahn immer direkten Kontakt zum Personalmanagement. Sei es als Gestalter von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen oder als Dienstleister und Organisationsbegleiter.

Wald: Wie schätzen Sie den gegenwärtigen Status bzw. das Standing der Personaler insgesamt ein?
Franke: Sehr unterschiedlich. Ich erlebe auf der einen Seite Personaler, die die Zukunft des Personalmanagements und somit auch die Zukunft von Unternehmen aktiv gestalten. Und auf der anderen Seite deutlich mehr Personaler, die entweder auf der Suche sind oder sich mit dem Status Quo eher abgefunden haben, was sehr schade ist.

Wald: Was meinen Sie, warum wird das Personalmanagement heute (trotzdem) so oft und teilweise heftig kritisiert?
Franke: Ich erwarte vom Personalmanagement Antworten auf die Frage: wie sieht das Personalmanagement der Zukunft aus und welchen Wertbeitrag leistet das Personalmanagement zu Erfolg des Unternehmens. Leider wird aus meiner Sicht in diesen Aspekten äußerst selten weit genug gedacht. Gleichzeitig bin ich überzeugt, sollten hier die Hausaufgaben nicht gemacht werden, wird das Personalmanagement zum reinen Verwalter von Daten ergänzt durch die Überwachung von rechtlichen Rahmenbedingungen. Und das wäre sehr schade.

Wald: Wo sehen Sie in der nächsten Zeit konkreten Änderungsbedarf bei Leistungen und Angeboten des Personalmanagements?
Franke: Ich sehe eine der Hauptaufgaben bei dem Erkennen und Fördern von Potentialen innerhalb der Organisation. Und da sind viele Personalabteilungen leider sehr schlecht, weil sie nur zwei Typen von Mitarbeiter richtig gut kennen. Zum einen sind, dass die Highperformer laut Personalakte und zum anderen die Mitarbeiter die immer hier schreien. Letztere kennt sicherlich die gesamte Organisation. Aber was ist mit den anderen Mitarbeitern. Hier sollten sich alle Personaler fragen, kenne ich deren Potentiale und Talente wirklich?

Wald: Was werden die Schwerpunkte des Personalmanagements in 10 Jahren sein?
Franke: Ich hoffe es wird die Zukunftsschmiede der Organisation. Wo alle Potentiale aller Mitarbeiter bekannt sind und Räume aktiv gestaltet werden, damit alle Mitarbeiter ihre Potentiale und Talente erkennen, sichtbar machen und einbringen können. Ich befürchte, dass genau diese Themen in den Erwartungen an eine zukünftige Führungskraft aufgehen werden. Was das für die Zukunft des Personalmanagements bedeuten würde, kann sich sicherlich jeder Leser selber ausmalen.

Wald: Jetzt zur Frage 5+1 (für meine Alumni und Studierenden) Was empfehlen Sie jungen Personalern bzw. Studierenden, die eine Laufbahn im Bereich HR anstreben? Worauf sollten diese achten? Was ist und was wird wichtig?
Franke: Meine Empfehlung ist: Beschäftigen Sie sich mit allen Themen die rund um das große Thema New Work diskutiert werden. Machen Sie sich ihr eigenes Bild und vergessen sie die Vorstellung das es in Zukunft noch Blaupausen geben wird, die kopiert werden können. Die spannende Herausforderung wird sein, den für das Unternehmen passenden Weg zu entdecken und zu entwickeln. Werden Sie zum Gestalter des Personalmanagements und somit der gesamten Organisation.

Wald: Lieber Herr Franke, ganz herzlichen Dank für die Antworten. Ich wünsche Ihnen weiterhin viele neue Ideen, immer Kraft und vor allem aufmerksame Zuhörer und Partner. Viel Erfolg mit CO:X.
P.S: Wie wir arbeiten: http://blog.zukunft-personal.de/de/2017/03/07/2766/


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